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Kategorie: News (Seite 8 von 26)

Januar 2020

Zufriedene und motivierte Mitarbeitende sind der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Betriebes, schreibt CURAVIVA Schweiz in der Broschüre Dienstleistungen[1]. Grund genug für ein paar Gedanken, Fakten oder für die konkrete Frage, welche Erwartungen stecken in einem Jahresgespräch? – Peach Weber forderte in seiner Kolumne, den Start des neuen Jahres rechtzeitig zu prüfen und allenfalls vom Rückgaberecht Gebrauch zu machen.

«Ein Drittel der Schweizer hat sich auf einen neuen Job beworben, weil die Löhne hierzulande nicht genug transparent sind», stand vor wenigen Tagen in der Pendlerzeitung 20 Minuten. Eine Studie des Online-Netzwerkes Xing bestätigt dies, stellt jedoch fest: «Eigentlich sind die meisten Schweizer grundsätzlich mit ihrem Job zufrieden, jedoch offen für einen neuen». Einige davon hoffen auf mehr Lohn oder mehr Gestaltungsspielraum. Sie sind als Fachkräfte gesucht und reden selbstbewusst über individuelle Bedingungen – sie checken ihren Marktwert. Während in Österreich und England der Lohn sogar in der Stellenanzeige festgehalten wird, wissen Schweizer oft nicht wie viel Geld sie verlangen können. Einige verhandeln zwar, hadern jedoch danach, zu wenig optimiert zu haben. Andere vermissen Anerkennung, Herausforderung oder leiden unter zwischenmenschlichen Spannungen.

Eine sichere, sinnstiftende Aufgabe bewegt dem Unternehmen treu zu bleiben. Ein gutes Verhältnis mit den Kollegen und den Vorgesetzten, ist einer der Hauptgründe, den Job zu behalten. Sorgen Arbeitgebende und Arbeitnehmende gegenseitig für Augenhöhe, bleiben Mitarbeitende loyal. Wird diese Augenhöhe bei allen Facetten einer Arbeitsbeziehung gelebt und zeigt sie sich zudem bei der Kommunikation stetig und authentisch, interessieren sich loyale Mitarbeitende für den wirtschaftlichen Erfolg, geben ihr Bestes und bleiben motiviert. Vor diesem Hintergrund drängt sich also die Frage auf, ist ein herkömmliches und lohnwirksames Beurteilungssystem noch zeitgemäss? Glaubt man eigenen Erfahrungen und oft informell herumgereichten Aussagen, dann erwägen Vorgesetzte wie Mitarbeitende nach Jahresgesprächen gehäuft, vom Rückgaberecht des Jobs Gebrauch zu machen.

Die Ursachen für negative Gefühle nach Beurteilungsgesprächen sind vielfältig. Die meisten Menschen möchten genügen und möchten dies auch hören. Sie möchten spüren, dass ihre Leistungsbeurteilung mit einer stimmigen Erwartung korreliert, welche Stellenziel, individuelle Erfahrung und Entlöhnung berücksichtigt sowie sorgfältig und mit Augenmass erarbeitet wurde. Sie wollen das erlebte Jahr wiedererkennen, bestätigen lassen und positiv abschliessen – das Vergangene ruhen lassen. Aus dieser Perspektive sollte sich das Gespräch fokussiert neuen Zielen mit entsprechendem Lohn und neuen Erwartungen widmen – «Sie sind gefragt, wir zählen auf Sie». Moderne Unternehmen müssten dieser Erkenntnis folgend, Lohnanpassungen ausschliesslich aufgrund prospektiver Erwartungen begründen.

Der Medianlohn beträgt in der Schweiz 6’500 Franken. Das entspricht einem Stundenlohn von 40 Franken. Im Kanton Luzern leben gut 400’000 Menschen, nahezu 60% sind erwerbstätig, wovon ein Drittel in Teilzeit. Der Anteil erwerbstätiger Frauen beträgt insgesamt 47%. Für das SECO zählt, wer beim Arbeitsamt gemeldet und sofort vermittelbar ist, als arbeitslos. Die Statistik[2] weist für den Kanton Luzern mit lediglich 1.7%, 4’000 Arbeitslose aus und besagt, dass rund 7000 Personen aktiv eine neue Stelle suchen. Die Erwerbstätigen lassen sich in drei Sektoren ordnen: 3% arbeiten in der Landwirtschaft, 20.8% in der Industrie und 76.2% im Dienstleistungssektor.

Die Arbeitszeiten entsprechen nicht mehr der klassischen Fünftagewoche. Tages- und Abendarbeit über alle sieben Wochentage gilt, Tendenz steigend, als normal. Damit einhergehend verfügt ununterbrochen eine ansehnliche Masse über arbeitsfreie Zeit und will bedient werden. Dreiviertel der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet im Dienstleistungssektor. Diese erwarten flexible Arbeitsmodelle, flexible Kinderhorte, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote. Die besonderen Arbeitszeiten der Pflegeheime integrieren sich damit in den allgemeinen Mainstream.

In mittlerer Zukunft werden vor allem Pflegende fehlen. Wenn also Arbeitszeiten rund um die Uhr zur Normalität werden, müssen die oft geforderten attraktiveren Arbeitsmodelle noch andere Anreize als Zeitmodelle setzen, um die geforderte Erhöhung der Verweildauer in den Pflegeberufen zu erhöhen. Ein Ansatz könnte ein modernes, dynamisches Karriere- und Laufbahnkonzept mit entsprechender Lohngestaltungstransparenz bieten. Insbesondere die lohnverknüpfte Dynamik, auf- und absteigend über ein ganzes Berufsleben, müsste den Berufstätigen in Bezug zu Pensen, Fachtiefe, Führungsspanne, Spezialaufgabe, Bildungsauftrag und so fort, bekannt sein. Damit könnten sie fundiert und rechtzeitig, persönliche Entscheidungen in verschiedenen Lebensphasen treffen und mit den Vorgesetzten besprechen. Sie könnten ihre «Work-Life-Balance» organisieren, bevor schleichende Burnouts, genährt von falschen Lohn-Vorstellungen zur Rückgabe oder zum Verlust der Stelle führen.  

Eine transparente Partizipation am Erfolg schafft Vertrauen und fördert die Loyalität.Eine offen kommunizierte Analyse des Jahresergebnisses mit Würdigung und formulierter Konsequenz, fördert die kollektive Motivation und den inneren Zusammenhalt einer Belegschaft. Die Kommunikation fällt jeweils exakt in die Zeit der beginnenden Frühlingsmüdigkeit. Wie bei einem prospektiven Lohnsystem, sollten gut verständliche Spielregeln vor der Realisierung einer Partizipation bekannt sein. Konkret – Ein Geschäftsabschluss gibt zielbezogen Auskunft über den Erfolg des gesamten Teams. Wobei den Pflegebetrieben gesellschaftlich ein schmales Gewinnband zugestanden wird. Ein nicht erreichtes Ziel, geht zu Lasten der betrieblichen Substanz, ein überschossenes stellt die Kunden-Tarife in Frage. Zwischen diesen beiden Ergebnissen liegt ein allfälliges Potential, um mit Augenmass einen Anteil zu Gunsten der Mitarbeitenden ab zu geben. Mag der Betrag pro Mitarbeitenden auch noch so klein sein, solange alle gleichberechtigt partizipieren, stärkt eine Auszahlung den inneren Zusammenhalt, schafft Vertrauen und fördert die Loyalität zum Betrieb und letztlich die Verweildauer im Beruf.

«Die Pflegebetriebe sollten sich in diesem Kontext unaufgeregt dem daily business widmen und auf das von Peach Weber hingewiesene Rückgaberecht des neuen Jahres verzichten»


[1] Broschüre Dienstleistungen

[2] WIRA Statistik

Dezember 2019

Betriebswirtschaft befasst sich mit unternehmensinternen Prozessen, während sich Volkswirtschaft den gesamtwirtschaftlichen widmet. Die Politik optimiert dem volkswirtschaftlichen Nutzen verpflichtet die Rahmenbedingungen für die Unternehmen. Menschen versuchen täglich mit ihren Talenten, ihrem Wissen, Können und Wollen, den Eigeninteressen und jenen ihrer Professionen folgend etwas zu bewegen. Diese Bewegungen stehen zunehmend im Fokus der Sorgen um Nachhaltigkeit und Klima.

Frohe Weihnachtszeit: Die drei Felder Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Politik wollen insbesondere vor und nach dem Jahreswechsel ihr erfolgreiches Wirken sichtbar machen. Die betriebswirtschaftlich Tätigen konzentrieren sich im Dezember auf Abschlüsse, Auswertungen, Vergleiche und Eröffnungsarbeiten, um sich für die Anforderungen des neuen Jahreskreises strategisch, operativ und stehts optimal kommunizierend zu positionieren. Sie schaffen mit ihren betrieblichen Erfolgen Arbeitsplatz-, Versorgungs- und Sozialsicherheit. Sie stiften Sinn. Die Volkswirtschaftler drängen mit Analysen und Prognosen an die Öffentlichkeit. Sie vermitteln aus ihrem Wirken Planungssicherheit und Zuversicht für die kommenden Jahre. Die Politiker präsentieren ihre Skills, um bei der Bildung neuer Kommissionen und Arbeitsgruppen mitwirken zu können. Sie nutzen die Dezembersession, um ihre politischen Haltungen und Beurteilungen bezüglich der aktuellen gesellschaftlichen Probleme in ihre Statements zu verpacken und signalisieren pragmatische Lösungsansätze. Augenzwinkernd dürfen wir feststellen: Diese drei Disziplinen tragen einen unverzichtbaren, beachtlichen Teil zu einer gelingenden Zivilgesellschaft bei. Sie werden diesen wohlzugedachten Status ohne zusätzliches Engagement für Nachhaltigkeit und Klima nicht halten können.

Bei Jahreswechsel sollten wir entrümpeln, entsorgen, archivieren[1], priorisieren und entscheiden. Nicht jede bisher geführte Statistik muss zwingend auch im neuen Jahr geführt werden. Ausloten von unnötigen Tätigkeiten, Listen, Auswertungen, etc. bringt Ressourcen für neue Anforderungen. Entsorgungen erhalten wohl künftig ein neues Preisschild. Darum sollte nur das Nötigste gelagert werden. Inventare für Verbrauchsgüter dienen zwar der korrekten Abgrenzung in der Kostenrechnung, sollten jedoch Auskunft über den Verwendungszweck und die Umweltbelastung der Güter enthalten, um Erkenntnisse für zukunftsweisende Entscheide zu liefern.

Leistungserbringer mit eigenen Apotheken sind ab Neujahr, falls sie Medikamente ein- und verkaufen gut beraten, dem Art. 56 KVG sowie dem Art. 76b KVV Beachtung zu schenken. Es geht vor allem um die Pflichten Transparenz, Verantwortlichkeit und Weitergabe von Vorteilen aus dem Medikamentengeschäft. Curaviva Schweiz hat dazu ein Faktenblatt[2] erstellt.

Der nationalen Demenzstrategie folgten die kantonalen Demenzstrategien und nun sind aktuell die Kommunen daran, ihre danach zu konkretisieren. Das könnte für die einen oder anderen Leistungserbringer die Überarbeitung seiner diesbezüglichen, betrieblichen Demenzkonzepte erforderlich machen. Curaviva Schweiz stellt für ein integrales, wie auch ein gruppenorientiertes Angebot je eine Konzeptvorlage[3] in Word zur Verfügung.  

Die Konferenz Curaviva Zentralschweiz hat ihren Willen zur interkantonalen Zusammenarbeit, welche sie seit 2003 erfolgreich pflegt, für die kommenden Jahre bekräftigt. Sie wird bis zum Frühjahr 2020 über eine eigene Website «curaviva-zch.ch» verfügen und damit unter anderem ihre Organisation und ihre Aufgaben darstellen, alle bisherigen Akten archivieren, gemeinsame Vernehmlassungen veröffentlichen sowie den Benchmark Zentralschweiz und entsprechende Hilfsmittel bereitstellen können. Die Konferenz Curaviva Zentralschweiz wird bis zur ersten Sitzung im neuen Jahr, die bisherige interkantonale Vereinbarung vom März 2006 überarbeiten und auf den aktuellen Stand bringen. Der im Turnus wechselnde Vorsitz geht 2020 an die Obwaldner. Näheres werden wir in einem nächsten Newsletter berichten.

Die Konferenz Curaviva Zentralschweiz hat den Auftrag für die Erstellung des Benchmark 2019 unverändert im fortführenden Sinne erteilt. Das heisst die Meldung erfolgt wie gewohnt und mit dem Formular 10.

Wo lässt sich das öffentlich zugängliche SOMED Profil finden? Das BAG betreibt eine Website[4], über welche das Profile eines jeden Langzeitpflege-Leistungserbringers abgefragt werden kann. Das BFS veröffentlicht die aktuellen Daten[5]der Sozialmedizinischen Statistik als Gesamtwerk ohne betriebliche Erkennung.

Persönlich – Nehmen Sie das «Beste» mit ins Neue Jahr, archivieren Sie alles was Ihnen in Zukunft noch etwas nützt, entsorgen Sie alles, was Sie nicht mehr brauchen.  


[1] Curaviva Schweiz: Archivierung 2020

[2] Curaviva Schweiz: Faktenblatt Medikamentengeschäft

[3] Curaviva Schweiz: Demenz integral | Demenz Gruppen

[4] Bundesamt für Gesundheit (BAG): Abfrage Profile der Pflegeheime

[5] Bundesamt für Statistik: Aktuellste Gesamtauswertung

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