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Kategorie: News (Seite 4 von 26)

Dezember 2020

Vertrauen – Schlüssel zur aktuellen Krise?

Nur wer aktiv zuhört kann Erkenntnisse gewinnen. – Wie objektiv solche Erkenntnisse sind, hängt davon ab, wie Erzählende emotional betroffen und auf den Zuhörenden zugeschnitten, moderieren – so zu sagen eine neue Wahrheit schaffen.

Metapher zu den Rezepten in der Krise – Nebelmeer Seebodenalp

Viel übereinstimmende Erzählungen zu einem Sachverhalt führen zur Überzeugung – wahr. Im Idealfall werden Entscheidungen basierend auf erfahrener, reflektierter Vergangenheit getroffen.

Im Umgang mit Corona fehlt diese eine Wahrheit. Entscheidungsträger müssen andere Quellen heranziehen. Damit eröffnet sich die Chance, die Wissenschaft näher zur Politik zu holen. Wissenschaft, deren Ursprung im antiken Griechenland liegt, erarbeitet im Normalfall Thesen aufgrund von empirischen Beobachtungen. Sie formuliert was Ist, pflegt dabei Selbstzweifel und sucht nach Widerlegbarkeit. Genau gesehen, ist Wissenschaft ein von Widersprüchen geprägter Diskurs, bei welchem sich die überzeugendste Theorie solange hält, wie sie nicht widerlegt ist.

Die schweizerische Demokratie benötigt für die Ergänzung oder Erneuerung der grossen Linien das Volks- und das Ständemehr. Damit schützt sie die Minoritäten und fördert den „Kantönligeist“. Sie will keine Könige.

Was gegen die Ausbreitung von Corona getan werden soll, berät die Wissenschaft, berät die Task Force, empfehlen Ausschüsse, ordnen Exekutiven an. Sie alle berücksichtigen dabei die einschlägigen Gesetze und Verordnungen. Dieses System überlässt weder einer Fachschaft noch einer politischen Ebene das alleinige Sagen.

Die Suche nach Verantwortlichen für eine (fehlende) gelingende Antwort zu Corona führt darum zu eigenverantwortlichen Individuen. Hand aufs Herz, Eigenverantwortung ist in einer Krise nicht einfach zu erfüllen. Menschen möchten im Schosse eines Staates auf seinen Schutz zählen können, dafür müssten sie jedoch den gewählten Behörden vertrauen. – Vertrauen reduziert die Komplexität der Krise.

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen vertrauen den Verantwortlichen, welche dieses ihren Mitarbeitenden schon seit jeher rund um die Uhr weitergeben. Ohne Vertrauen wäre Pflege und Betreuung unbezahlbar. Pflegen und Betreuen würde ohne Vertrauen zu einem fortwährenden Dialog – es könnte kaum gehandelt, sprich gearbeitet werden. Chapeau!

Oktober 2020

Kaum ein anderes Ereignis nimmt sich so viel Raum. Wir sprechen von „Corona“. Schönes Wetter lockte zum Wandern, zum Besuch von Gartenbeizen, zum Radfahren. Akribisch erstellte und situativ eingeübte Schutzkonzepte verleiteten zur Annahme „wir können Corona“.

Die Fallzahlen steigen rasant und damit einhergehend die Unsicherheiten. Menschen debattieren, differenzieren und formulieren persönliche Rezepte. Die Vielfalt dieser Rezepte gleicht einem Kochbuch. Die einen hätten den Mut ohne Einschränkungen einfach den gewohnten Alltag wieder zu leben, während andere vor allem einheitliche und durchaus strenge Eingriffe in Gesellschaft und Wirtschaft fordern. Allen gemein ist, sie wollen geführt werden. Stellt sich die Frage, welche Führungsebene soll was tun. Sie wird wohl dem Mainstream folgend Augenmass halten müssen. Für die Beurteilung von Massnahmen steht die Gesundheit in Konkurrenz mit den wirtschaftlichen Folgen.

Gespannt warten wir auf Mittwoch den 28.10.2020 – Der Bundesrat wird die Flughöhe und die Instrumente finden.

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